Klimawandel - und die SPD?

Veröffentlicht am 10.01.2018 in Ortsverein

Liebe Genossen,

erschüttert habe ich den Laschetkommentar zur Vereinbarung bzgl. des Aussetzens der Klimaziele bis 2020 zur Kenntnis genommen. Mit dem Parteivorstand habe ich kurzen Mailkontakt aufgenommen und Christian Matheis versicherte mir mit seiner Antwort vom 10.01.2018: ' Die Meldung zu den Klimazielen ist einfach nicht richtig! '(original Antwort siehe nächste Seite). Was daran nicht richtig ist, kann er naturgemäß aufgrund der Informationssperre bei den Sondierungen aber nicht ausplaudern.

Zusammen mit Rüdiger Volkert als Rezensent habe ich beiliegenden Text verfasst, der hoffentlich viele, die ihn lesen, noch einmal zum Nachdenken bringt. Ich denke nicht, dass wir als Vertreter und Befürworter der SPD diese Abkehr von den so zukunftsentscheidenden Klimazielen hinnehmen sollten.

Freundschaft!

Bernhard

10.01.2018

 



Januar 2018:

Absage vom Klimaziel 2020

Trotz Geheimhaltungsvereinbarung ist durchgesickert, dass sich SPD und CDU einigen wollen, die deutschen Klimaziele für 2020  aufzukündigen. Falls es sich nicht um ein Gerücht handelt möchte ich dazu feststellen:

  • Ziel der sozialdemokratischen Politik ist es, allen Menschen eine gute und erträgliche Lebensumwelt zu ermöglichen. Dieser Grundsatz muss bleiben.

Das aber erfordert, dass die Umweltbedingungen, die vom Menschen beeinflussbar sind, positiv beeinflusst werden und das Streben nach einer Verbesserung dieser Bedingungen niemals nachlässt.

 

  • Dem Lobbyismus muss die sozialdemokratische Stirn geboten werden.
    Erklärt wird der Schwenk zur Nichteinhaltung der gesteckten Ziele damit, dass es rein praktisch nicht möglich ist, diese Ziele einzuhalten. Das ist sehr traurig. Nehmen wir einfach einmal an, das ist die Wahrheit, dann frage ich mich, warum in den letzten 5 bis 10 Jahren zu wenig getan wurde, dieses Ziel zu erreichen? Atomrückführung, Dieselskandal, Braunkohleabbau  etc… das hätte nicht sein müssen. Hier war ein starker Einfluss des IndustrieLobbyismus auch bei der Regierungspartei SPD zu spüren.  Umweltsünden und Kundentäuschung in unfassbaren Umfang haben dafür gesorgt, dass nun diese Bankrotterklärung droht.

 

  • Warum kann die Botschaft nicht einfach heißen:
    Zurzeit werden wir mit den jetzigen Maßnahmen das Ziel nicht erreichen können. Setzen wir also alle Kraft ein, es doch hinzubekommen, denn es ist wichtig damit:
     
    • wir  ohne umweltbedingte Katastrophen alt werden können
    • wir  ohne die Qualen einer radioaktiven Verstrahlung alt werden können
    • wir auch in den Ballungsräumen ohne ständige Atemnot alt werden können
    • wir den eigenen Kindern eine lebenswerte Welt hinterlassen
    • wir die eigenen Kinder nicht Gefahren auszusetzen, die schon heute erkennbar sind - und vermeidbar wären
    • wir den eigenen Kindern möglichst wenig Zukunftsbürden auflasten,

 

  • Die Zukunft sind nicht wir, sondern unsere Kinder, Enkel und Urenkel und alle darauf folgenden Generationen. Allerdings stellen wir mit unseren Bestrebungen heute die Weichen wie diese nachfolgenden Generationen leben werden/ können. Ich denke, es ist unsere Pflicht, hier verantwortungsvoll zu handeln - weit über die Grenzen des kurzfristigen, monetären Gewinnstrebens und manchmal auch der eigenen Vorstellungskraft hinaus. Somit wünsche ich mir, dass die SPD diese Verantwortung wahrnimmt und unter anderem darauf dringt, alle Hebel in Bewegung zu setzen, die Klimavereinbarungen bis 2020 erfolgreich umzusetzen


     
    • 10.01.2018 E-mail Kontakt mit Parteivorstand

      Lieber Genosse Bernhard,
       
      vielen Dank für Deine E-Mail, die uns am 10. Januar 2018 erreicht hat.
       
      Die Meldung zu den Klimazielen ist einfach nicht richtig!
      Ich bitte um Verständnis, dass wir uns an die Vereinbarung der Verschwiegenheit halten und nicht die vermeintlichen Einigungen und Streitpunkte kommentieren. Wir warten die Endergebnisse der Sondierungen ab und werden diese dann abschließend bewerten. 
      Sollte das Fazit positiv sein, wird über die Aufnahme von möglichen weiteren Verhandlungen mit der Union der außerordentliche Bundesparteitag am 21.01.2018 in Bonn entscheiden. Sollte dann am Ende der Gespräche und Verhandlungen eine mögliche Regierungsbeteiligung der SPD stehen, werden die SPD-Mitglieder darüber im Vorfeld in einem verbindlichen Mitgliedervotum entscheiden.

      Aktuelle Informationen dazu gibt es auf https://www.spd.de/sondierungen/
       
       
      Mit freundlichen Grüßen aus dem Willy-Brandt-Haus
       
      Christian Matheis
       
      SPD-Parteivorstand
      Direktkommunikation
       
      Telefon: (030) 25 991-500
      Telefax: (030) 25 991-375
      Internet www.SPD.de
       
       
      Postanschrift:
      SPD-Parteivorstand
      Willy-Brandt-Haus
      Wilhelmstraße 141
      10963 Berlin
       
       
       
      Ursprüngliche Mail:
      Lieber Lars,
      vielen Dank für dieses VideoInfoPortal. So bekommt man wenigstens mit, dass etwas geschieht. Mehr geht ja leider nicht. Das Einzige, was durchgesickert ist, ist die Aufkündigung des Klimaschutzzieles. Ich hoffe, dass entspricht nicht der Wahrheit. Statt zu verschieben sollten die Anstrengungen, es doch zu erreichen maximiert werden. Bitte - es könnte sein, dass sonst noch mehr Mitglieder die Partei verlassen, denn ein anständiges Klima ist nicht nur ein Lebenskomfort sondern unbedingte Notwendigkeit für die Menschen heute und auch in der Zukunft.
      Freundschaft!
      Bernhard
       
      10.01.2018

     

 

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