Nach der Wahlpause

Veröffentlicht am 02.10.2017 in Kommunales

Liebe Mitleser,

bei mir ist es etwas anders als auf den Seiten anderer Parteien. Während der Wahl gibt es hier Internetenthaltsamkeit. Nicht aber, weil ich die Kommentierungen und Eigenwerbung im I-Net grundsätzlich verurteilen würde. Nein, ich habe schlicht und einfach nicht genug Tagesstunden zur Verfügung. Und da ich zu den Menschen gehöre, die einem gesegneten Schlaf in der Nacht nicht aus dem Weg gehen, bleibt der Rechner dann eben aus. Ich weiß, dass das nicht ganz toll ist, aber ein bißchen Selbstschutz tut gut. Wir haben in Unkel einen tolen Wahlkampf hingelegt. Entgegen dem Bundestrend haben wir kaum Stimmen verloren. Das ist all den vielen Einsätzen zu verdanken, die wir durchgezogen haben. Ich nenne da nur Frühaufsteherbahnhof, Haustürbesuche, Vorteilcenter-  bis die AFD aufgegeben hat etc. etc. . Ich finde, 'Wir in Unkel' waren wirklich sehr fleißig und das mit einem Erfolg, der nicht unbedingt das Lachen ins Gesicht zaubert aber für uns hier in der VG eine gute und sichere Grundlage bildet. Bauen wir darauf auf im Bewußtsein, dass in knapp 2 Jahren die Kommunalwahlen anstehen!

Auf der nächsten Seite möchte ich Euch Wahlbeurteilungen mitteilen. Es würde mich sehr freuen, wenn auch ihr eine Stellungnahme zum Ausgang der Wahl macht... schon allein damit die kleine rheinische Stadt im Norden von Rheinlandpfalz ihren roten Platz  behaupten und ausbauen kann.

  • Wahlbeurteilung von Wolfgang Reimann, Unkel

    Aus der Mail von Wolfgang Reimann:

     

    '... nun ist schon eine gute Woche seit der Wahl vergangen. Unsere Niederlage haben wir wohl noch nicht ganz verdaut, und wir sind auch so erschöpft, dass wir noch nicht in der Lage sind, uns über eMail zu melden. Ich kann das gut verstehen. Ich hätte auch gerne Unrecht gehabt, als ich hatte das niedrige Ergebnis schon vorher sagte.

     

    Unschön ist auch, dass es in unserem Kreis so schlecht gelaufen ist. Das Ergebnis von Martin kann man so oder so sehen. Es ist eigentlich immer so, dass die großen Parteien bei den Erststimmen mehr Stimmen bekommen, als Zweitstimmen. Das trifft für Martin zu mit seinen 29,6 % gegenüber 25,3 %. Man sollte auch berücksichtigen, dass die SPD im Kreis ein recht gutes Ergebnis hat im Vergleich zum Bundesergebnis. Bei Rüddel und der CDU ist es genauso.

    Dass Martin noch nicht einmal die 30 %-Latte überquert hat, ist ernüchternd. Die 40000 km mit dem Auto und 16000 Hausbesuche reichten wohl nicht. 16000 Hausbesuche führen nicht zu den notwenigen Sachgesprächen. Betriebsbesuche hat es gar nicht gegeben, wie ich vorschlug.

     

    Ein bisschen wird unsere Arbeit doch bestätigt. Wie bei Asterix und Obelix: Das ganze Land bzw. der Kreis fest in CDU-Hand. Aber Halt, da ist ja doch noch ein kleines aufmüpfiges Dörfchen namens Unkel, in dem Martin dem Rüddel doch glatt Rang 1 (+1,1 %) abjagte! Nur nebenbei: Wie schon bei der Landtagswahl erreicht die AfD wieder deutlich nicht den Bundesschnitt, sondern "nur" 7 %. Unkel - das Tal der Seeligen!'

  • Wahlbeurteilung von Klaus Henning Rosen, Rheinbreitbach

    Leserbrief an den Generalanzeiger Bonn

    Das Wahlergebnis in unserer Verbandsgemeinde zeigt, wir haben - das gilt für beide etablierten Parteien - einen guten Wahlkampf gemacht, denn wie könnten sowohl CDU als auch SPD so deutlich über dem Bundesdurchschnitt, die AfD aber darunter liegen. Danke an alle.

    Gleichwohl: Es wird dem Vorgang nicht gerecht, wenn nach dem Ausgang der Wahl Wählerbeschimpfung den Tenor der Beiträge ausmacht - wie fast ausschließlich am Wahlabend - , wenn die AfD-Wähler als Dumpfbacken bezeichnet, der Rechtsruck bejammert wird - es sind 13% der Deutschen, in einigen Landesteilen erheblich mehr, die bei der AfD ihr Kreuz gemacht haben und wer sie deshalb ausgrenzt, macht sich die Sache zu leicht. Und das ist den Redakteuren der Runden am Wahlabend nicht weniger vorzuwerfen als den Vertretern der alten Parteien. Noch vor dem Zusammentreten des Deutschen Bundestages wurden Verstöße gegen die Geschäftsordnung beschworen, die man mit aller Härte zu bekämpfen versprach. Beiläufig hat nur die Linkenvertreterin - zu Recht - festgestellt, auch die Medien hätten die AfD mit ihrer permanenten Fixierung groß gemacht. Der Rest der Diskussion - soweit man überhaupt von einer solchen sprechen konnte - war am Wahlabend den Spekulationen über die Regierungsbildung gewidmet. Das klang nach einem entschlossenen "Weiter so". Es gab kaum Ansätze, über die Ursachen für den Absturz der beiden großen Parteien zu reden, Rückkehr zur Tagesordnung von vor der Wahl schien die Devise. Einzig Herr Seehofer  appellierte in seinen Kommentaren an die C-Parteien, vor weiteren Überlegungen intern über ihr Versagen zu diskutieren. Dem war man vor Jahresfrist wesentlich näher, als die glatt polierte Regierungsarbeit der Kanzlerin Merkel ihre Zustimmungswerte sinken ließ. Daraus entstand zu Anfang des Jahres der Schulz-Hype, der durch taktische Fehler des 100%-Vorsitzenden verspielt wurde. Also ist Selbstbesinnung  auch der SPD zu empfehlen, die in Selbstlosigkeit die Schwerpunkte aus dem Koalitionsabkommen von 2013 abgearbeitet hat und den Erfolg der Kanzlerin überließ. Der Kern muss dabei sein, sich auf die ursprünglichen Werte der Sozialdemokratie zu besinnen, die auch nach 150 Jahren ihre Gültigkeit nicht verloren haben.

    Was den angeblichen Rechtsruck anlangt, wäre es vor allem für die Medien in ihren Analysen vor und nach der Wahl hilfreich gewesen, eine Rückschau zu wagen, um zu erkennen, was jeweils diese Entwicklungen zu neuen Parteien befördert hat: es waren stets gesellschaftliche Umbrüche, die von den Etablierten nicht erkannt oder nicht bewältigt wurden. Man muss dazu nicht bis zu Adolf Hitler zurückgehen. In den 60er Jahren wurden die NPD und später die Republikaner groß, weil CDU/CSU/FDP stagnierten, die APO war die gesellschaftliche Konsequenz. Zum Glück für unsere Demokratie konnte das die SPD mit einem starken Vorsitzenden Willy Brandt auffangen. Als in den 80-er Jahren die Sozialforschung hohe Werte für vorgeblich Rechtsextremes diagnostizierte, wurde deutlich, es war eine eher unpolitische Angst vor Verlusten, vor Ausgrenzung, die in alle Parteien hineinreichte. Hinzu kam der Frust über die Regierung Kohl, die an einen Tiefpunkt gelangt war. Durch die Wiedervereinigung wurde das damals aufgefangen und Kohl überlebte. Nach  vier Mal Kanzlerschaft Merkel und Großer Koalitionen haben wir wiederum eine vergleichbare Entwicklung. Wiederum sind aus (unpolitischer) Motivation Nichtwähler und bisherige Wähler der Regierungsparteien unter die Fittiche der AfD geflüchtet. Natürlich wurden sie mit populistischen Parolen gelockt, aber im Kern war es die Absage an die alten Parteien, denen man nicht zutraute, sie nähmen die Sorgen der Menschen ernst.

    Klaus-Henning Rosen

    Komm. Vorsitzender des Ortsvereins Rheinbreitbach der SPD


 

 

 

 

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