Professionell mit rotem Teppich am Eingang, zeitgenössischer Bildender Kunst in der Veranstaltungshalle und zugleich regional-familiär mit „Uhles“ und einem Buffet aus gespendeten Kuchen – so präsentierte sich Unkel am Sonntag den fast 200 Gästen aus dem ganzen Bundesland. Der rheinland-pfälzische Landesverband hatte zum traditionellen Rheinlandtreffen eingeladen, und der Ortsverein Unkel-Bruchhausen bewies sich als guter Gastgeber.
Als besonderen Gast durften die Veranstalter Rudolf Scharping, den ersten Ministerpräsidenten der SPD in Rheinland-Pfalz begrüßen. Im Jahr 1991 beendete er die langjährige Regierungszeit der CDU, die zuvor den Ministerpräsidenten gestellt hatte. Mit der 1991 gewonnenen Wahl legte Rudolf Scharping den Grundstein für die bis heute andauernde Ägide der SPD in Rheinland-Pfalz.
Im ersten Grußwort hieß Verbandsbürgermeister Karsten Fehr die Gäste im „Weltdorf“ Unkel willkommen, erinnerte an Willy Brandt – und gab dem anwesenden Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz den Wunsch der Region mit: Unterstützung für eine Fußgänger- und Fahrradbrücke, die Erpel und Remagen verbinden solle.
Der Bundestagsabgeordnete Martin Diedenhofen lobte den Ortsverein nicht nur als Gastgeber, sondern auch für dessen Aktivitäten „gegen Rechts“ und für die Initiativen für einen barrierefreien Bahnhof. Er versicherte, sich auch in Berlin für dieses Anliegen einzusetzen.
Die Landtagsabgeordnete Sabine Bätzing-Lichtenthäler, seit 2024 auch erste weibliche Vorsitzende der rheinland-pfälzischen SPD, beschwor die Geschlossenheit der Partei, mit der man für Land und Region schon mancherlei erreicht habe, während andere nur reden: „Machen ist wie wollen, nur krasser!“
Ministerpräsident Alexander Schweitzer widmete sich der Frage „Wie geht es unserer Demokratie?“, und erinnerte an ein Leitbild des Friedensnobelpreisträgers und frühren Bundeskanzlers Willy Brandt, die Deutschen sollten ein „Volk von guten Nachbarn“ sein. Auch seine politische Agenda kam zu Wort. Obwohl nur wenige Monate im Amt, kann Schweitzer schon auf erste Erfolge beim kommunalen Finanzausgleich und in der Sprachförderung in Schulen verweisen. Insbesondere die landdespolitische Aufgabe der Bildung sei essenziell für das Aufstiegsversprechen unserer Gesellschaft. Zum breit diskutierten Thema der Migration betonte Schweitzer, dass Rheinland-Pfalz deutschlandweit die schnellsten Verwaltungsgerichtsverfahren zur Vorbereitung von Rückführungen habe.
Alle Rednerinnen und Redner waren begeistert von Organisation und Stimmung, und sie dankten dem Ortsverein Unkel-Bruchhausen herzlich. Dessen Vorsitzende Nicole Hahn griff das Lob in ihrer Abschlussrede auf und gab es an ihr „Team“ weiter. „Alle waren super engagiert und fleißig, dabei hat es Riesenspaß gemacht!“ Nicole Hahn, die sich als freiberufliche Künstlerin mittlerweile weit über Unkel hinaus einen Namen gemacht hat, überreichte dem Ministerpräsidenten als Gastgeschenk eine Skyline von Unkel aus Treibholz und Keramik, gefertigt im eigenen Atelier. Anderen Gästen hatte die vielseitige Künstlerin selbstgeschaffene „Poppies“ aus Keramik und anderen Materialien mitgebracht, symbolische Mohnblumen, die an die Schlachtfelder des 1. Weltkrieges und aller folgenden Kriege erinnern. „Weil uns alle die Sehnsucht nach gerechtem Frieden in Europa und in der Welt nicht loslässt!“
Zum Rahmenprogramm gehörten spannende Führungen durch das Willy-Brandt-Forum, Life-Musik von Soulful of Blues und ausgewählte Werke von Mitgliedern des Kunstvereins Unkel. Infostände der Jusos, der Frauengruppe der SPD Ahrweiler, der AWO-Ortsgruppe Rheinbreitbach und des Bürgerpark-Betreibers „Gemeinsam für Vielfalt e.V.“ rundeten die erfolgreiche Veranstaltung ab.